Aconit

Aconitum napellus – der blaue Eisenhut – ist das wichtigste Mittel bei Schock. Es darf bei mir in keiner Reiseapotheke und auch nicht in der Handtasche fehlen, obwohl ich es glücklicherweise bisher selten gebraucht habe. Es ist wie der Regenschirm, den man mitnimmt, obwohl es meistens dann doch nicht regnet.

Gebraucht habe ich es in der Praxis bisher vor allem für Augenverletzungen. Jede Verletzung am Auge ist letztlich ein Schock. Wenn man bei einer Sonnenfinsternis doch dachte, man könne ohne Spezialbrille in die Sonne schauen oder sich beim Schweißen die Augen „verblitzt“ hat, kennt man den plötzlichen, brennenden, stechenden Schmerz. Mit Aconit beruhigt sich sofort die Situation und das Auge kann sich schneller erholen.

Ein Aconit-Zustand ist gekennzeichnet durch große Angst und Unruhe und ist deshalb das Mittel der Wahl, bei allem was plötzlich und unerwartet passiert und einen in Angst und Schrecken versetzt, zum Beispiel ein Panikanfall beim Einsteigen ins Flugzeug. Ich habe schon erlebt, dass es in so einem Fall den Urlaub gerettet hat.

Vielleicht kennst Du Aconit als Fiebermittel bei Kindern und warst schon enttäuscht von seiner Wirkung. Das liegt daran, dass es entweder zum falschen Zeitpunkt eingesetzt wurde oder es eben kein typisches Aconit-Fieber war. In der Homöopathie gilt das „Ähnlichkeitsgesetz“, das bedeutet, das Arzneimittel-Bild muss genau mit den Beschwerden übereinstimmen. Dafür gibt es die sogenannte „Materia Medica“, in der die Mittel mit ihren Symptomen von Kopf bis Fuß und mit ihren Modalitäten beschrieben sind.