Die Kunst der Homöopathie

IMG_20170330_121501566Häufig kommen Patienten in die Praxis mit der Aussage: „Seit meiner letzten Erkältung bekomme ich meinen Husten / meine Nebenhöhlenbeschwerden / meine Heiserkeit nicht mehr weg. Ich bin müde und antriebslos.“ Oder kaum haben sich Patienten von einer Erkrankung erholt, kommt schon die nächste. Nach Hahnemann sind dies Hinweise auf eine miasmatische Belastung im Hintergrund.

Die Kunst der Homöopathie

Die Kunst der Homöopathie beginnt da, wo es nicht nur darum geht, dass körperliche Symptome verschwinden sollen, sondern wenn es darum geht, die dahinter liegende Disposition zu erfassen und zu behandeln.

Bei akuten Beschwerden nutzen inzwischen viele Menschen die Homöopathie. Die akute Krankheit zeichnet sich dadurch aus, dass die Symptomatik klar umrissen und die Mittelwahl meist eindeutig ist. Eine vollständige Genesung ist möglich. Die chronische Krankheit dagegen verläuft in Phasen und akuten Schüben mit dazwischenliegenden Latenzzeiten, welche den Eindruck einer Ausheilung erwecken und vermeintliche Gesundheit vortäuschen. Wenn Symptome verschwinden, weil sie unterdrückt werden, erfolgt aber das Gegenteil von Heilung, nämlich eine Verschlimmerung. Eine Selbstheilung ist nicht möglich.

Hahnemann schreibt dazu in seinem 6. Organon in § 78: „Die wahren natürlichen chronischen Krankheiten sind die, von einem psorischen Miasm entstandenen, welche sich selbst überlassen und ohne Gebrauch gegen sie spezifischer Heilmittel, immerdar zunehmen und selbst bei dem besten, geistig und körperlichem diätetischen Verhalten, dennoch steigen und den Menschen mit immerdar erhöhenden Leiden bis ans Ende des Lebens quälen…“

Homöopathie bei chronischen Erkrankungen

Bei der chronischen Krankheit sind die Symptome weit mühsamer aufzufinden und auch die Mittelfindung ist schwieriger. Einzelne Krankheitsstadien dürfen dabei nicht als neue von einander unabhängige Krankheiten angesehen werden. Eine homöopathische Behandlung richtet sich hier nicht gegen vordergründige Symptome, erfordert mehrere Arzneimittel und dauert im Allgemeinen mehrere Jahre.

Wiederkehrende Mandelentzündungen, Durchfälle, Blasenentzündungen, Bronchtitiden usw. zeigen die Neigung immer wieder an derselben Krankheit zu erkranken. Dr. Samuel Hahnemann hat in seinem Werk „Chronische Krankheiten“ überzeugend dargestellt, dass eine echte Heilung hier nur dann zu erzielen ist, wenn die zugrunde liegende chronische Grundkrankheit, das sog. Miasmen bei der Behandlung mit berücksichtigt werden. Wird während des akuten Anfalls nur mit dem entsprechenden Akutmittel behandelt, wird die Neigung, daran wieder zu erkranken nicht genommen.

Um hier homöopathisch erfolgreich zu sein, ist deshalb die ganze Krankengeschichte des Patienten wichtig. Bei der Arzneimittelwahl sind die akuten Symptome vorrangig. Aber das heilende Mittel muss auch zur biografischen Situation, zur emotionalen Verfassung passen und es soll auch den chronischen Hintergrund, das Miasma abdecken.

Mehr Informationen zur Homöopathie bei chronischen Erkrankungen finden Sie hier

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