Staphisagria

Delphinum Staphisagria ist das Hauptmittel der Homöopathie bei Schnittverletzungen – sowohl körperlicher als auch seelischer Art.

Kennst Du – zusätzlich zu deinem Schmerz – das Gefühl der Entrüstung und Empörung, das sich in dir breit macht:

Wenn Du beim Zahnarzt unerwarteterweise einen Zahn gezogen bekommen hast und dabei das Zahnfleisch aufgeschnitten wurde?

Wenn du während der Entbindung plötzlich und unerwartet einen Dammschnitt bekommen hast?

Wenn deine Kolleginnen hinter deinem Rücken schlecht über dich reden und du dich machtlos und gedemütigt fühlst.

Wenn du nach Monaten erfährst, dass der Mann, in den du dich verliebt hast und dem du vertraut hast, doch verheiratet ist, und du dich nun missbrauchst fühlst.

Nach außen hin wirkst du vielleicht ruhig und gelassen, aber innerlich bist du tief verletzt und unterdrückst deinen Ärger. Alles das sind Indikationen für das homöopathische Mittel Staphisagria. Aber Achtung: nach Einnahme von Staphisagria kann es auch mal zu Wutausbrüchen kommen, in der Regel mit der Neigung Gegenstände auf die Gegenpartei zu werfen.

Nicht missen möchte ich Staphisagria für die, die wegen Mobbing in der Schule zu mir in die Praxis kommen: Schüler/innen, die von Mitschüler/innen in der Pause oder auf dem Schulweg geärgert werden oder in den sozialen Medien bloßgestellt werden und ebenso für Lehrer/innen, die von Eltern angegriffen und unter Druck gesetzt werden.

Arzneimittelbilder

Voraussetzung um ein homöopathisches Mittel für eine Krankheit zu finden, ist die Kenntnis der Arzneimittelbilder. Die Arzneimittelbilder sind entstanden durch Arzneimittelprüfungen.

Hahnemann hatte dafür mit einer Gruppe von freiwilligen Prüflingen potenzierte Arzneisubstanzen wiederholt eingenommen, solange bis bei allen Beteiligten charakteristische Symptome in Erscheinung traten. Diese Symptome hat er in seiner „Reinen Arzneimittellehre“ niedergeschrieben. Auch nach Hahnemann haben Homöopathen Arzneien geprüft und prüfen sie auch heute noch, so dass auch immer wieder neue Arzneimittelbilder dazukommen. Bücher mit Arzneimittelbildern, auch Materia medica genannt, beschreiben für jedes Mittel alle Beschwerden von Kopf bis Fuß. Zusätzlich auch die „Modalitäten“ also zu welcher Tageszeit, bei welchem Wetter, bei welcher Bewegung usw. die Beschwerden schlechter oder besser werden.

Hier ein Auszug aus Hahnemann`s Organon:

§ 106: Die ganze, Krankheit erregende Wirksamkeit der einzelnen Arzneien muß bekannt seyn, das ist, alle die krankhaften Symptome und Befindens-Veränderungen, die jede derselben in gesunden Menschen besonders zu erzeugen fähig ist, müssen erst beobachtet worden seyn, ehe man hoffen kann, für die meisten natürlichen Krankheiten treffend homöopathische Heilmittel unter ihnen finden und auswählen zu können.

§ 143: Hat man nun eine beträchtliche Zahl einfacher Arzneien auf diese Art im gesunden Menschen erprobt und alle die Krankheitselemente und Symptome sorgfältig und treu aufgezeichnet, die sie von selbst als künstliche Krankheits-Prozesse zu erzeugen fähig sind, so hat man dann erst eine wahre Materia medica – eine Sammlung der ächten, reinen, untrüglichen Wirkungsarten der einfachen Arzneistoffe für sich, einen Codex der Natur…

Durch diese Vorgehensweise, wissen Homöopathen auch, dass es auch ungewollt zu einer Arzneimittelprüfung kommen kann, wenn man ein potenziertes Arzneimittel zu häufig über einen zu langen Zeitraum einnimmt. Es kann also die anfangs gute Wirkung eines homöopathischen Mittels ins Gegenteil umschlagen, wenn es zu lange eingenommen wird.

Der Chinarinden-Versuch 1790 – die Entdeckung des Ähnlichkeitsgesetzes

Durch seine Übersetzungstätigkeit entdeckte Hahnemann diverse Angaben über Chinarinde, deren Richtigkeit er aufgrund seiner Erfahrungen bezweifelte.

Um die Angaben über Chinarinde mittels einer Fußnote berichtigen zu können, entschloss er sich, Chinarinde selbst einzunehmen. Bei diesem Versuch erlebte er, dass aufgrund der Einnahme von kleinster Menge Chinarinde in ihm fieberhafte Zustände auftraten, die denen des Wechselfiebers glichen. Darauf zog Hahnemann den Schluss, dass Chinarinde – ein damals bekanntes Mittel gegen Fieber – nur bei solchen Fieberzuständen heilen könne, die dem Wechselfieber glichen, und nur deshalb weil Chinarinde beim Gesunden ebensolche Fieber-ähnlichen Zustände verursachte.

Aconit

Aconitum napellus – der blaue Eisenhut – ist das wichtigste Mittel bei Schock. Es darf bei mir in keiner Reiseapotheke und auch nicht in der Handtasche fehlen, obwohl ich es glücklicherweise bisher selten gebraucht habe. Es ist wie der Regenschirm, den man mitnimmt, obwohl es meistens dann doch nicht regnet.

Gebraucht habe ich es in der Praxis bisher vor allem für Augenverletzungen. Jede Verletzung am Auge ist letztlich ein Schock. Wenn man bei einer Sonnenfinsternis doch dachte, man könne ohne Spezialbrille in die Sonne schauen oder sich beim Schweißen die Augen „verblitzt“ hat, kennt man den plötzlichen, brennenden, stechenden Schmerz. Mit Aconit beruhigt sich sofort die Situation und das Auge kann sich schneller erholen.

Ein Aconit-Zustand ist gekennzeichnet durch große Angst und Unruhe und ist deshalb das Mittel der Wahl, bei allem was plötzlich und unerwartet passiert und einen in Angst und Schrecken versetzt, zum Beispiel ein Panikanfall beim Einsteigen ins Flugzeug. Ich habe schon erlebt, dass es in so einem Fall den Urlaub gerettet hat.

Vielleicht kennst Du Aconit als Fiebermittel bei Kindern und warst schon enttäuscht von seiner Wirkung. Das liegt daran, dass es entweder zum falschen Zeitpunkt eingesetzt wurde oder es eben kein typisches Aconit-Fieber war. In der Homöopathie gilt das „Ähnlichkeitsgesetz“, das bedeutet, das Arzneimittel-Bild muss genau mit den Beschwerden übereinstimmen. Dafür gibt es die sogenannte „Materia Medica“, in der die Mittel mit ihren Symptomen von Kopf bis Fuß und mit ihren Modalitäten beschrieben sind.

Bellis perennis

Bellis perennis, das Gänseblümchen, wird von alters her als Wundheilmittel gebraucht.

Durch den Homöopathen J. Compton Burnett hat es seine große Bedeutung als Vorsorge gegen Brustkrebs bekommen. Es das wichtigste Mittel bei Verhärtung und Schwellung des Brustgewebes nach einem Schlag tief in die Brust. Bellis perennis hilft, das Gewebe neu zu strukturieren und das Körpergedächtnis bezüglich der tiefen Verletzung zu löschen. Dankbar für diese Information, setze ich Bellis perennis gerne prophylaktisch bei Verletzungen der Brust ein.

Ein weitere dankbarer Einsatz ist, wenn Jungen bei „Schulhof-Raufereien“ einen Tritt oder Schlag in die Weichteile ein bekommen. Wenn unerlöster Hass zwischen Menschen und Familien auf die nachfolgende Generation weitergegeben wird, führt dies bei Kindern zur Verwirrung in Bezug auf die Umgebung. Kinder werden von „Freunden“ geschlagen und gestoßen, andere Menschen wiederum können nicht als Freunde wahrgenommen werden. Oder sie denken man bekommt nur Freunde, wenn man besonders „hart im Nehmen“ ist. Mit Bellis perennis weicht nicht nur der Schmerz schnell, es hilft auch, in dieser Situation auch grundlegende Muster zu erkennen und so das energetische Erbe unserer Eltern zu erlösen.

Schafgarbe

Die Schafgarbe – Achillea millefollium – wird seit Jahrhunderten in der Volksmedizin als Blutstillkraut genutzt. Die Göttin Aphrodite riet Achilles, dem berühmten Helden der griechischen Sage, seine Verletzung an der Achillessehne mit Schafgarbe zu heilen. Daher hat die Schafgarbe ihren botanischen Namen.

Als Heilpflanze wird sie verwendet bei Störungen der Regelblutung und krampfartigen Schmerzen im Unterleib. In der Homöopathie wird sie unter dem Namen Millefolium bei inneren Blutungen eingesetzt.

Ich pflücke sie gerne im Sommer, um sie mit in den Kräuterbuschen an Maria Himmelfahrt zu binden. Wenn man auf der Wiese an ihr vorbeiläuft, spürt man sofort ihre warme Ausstrahlung und ihre entspannende Wirkung.

Mit besten Erfolgen habe ich sie vor allem als Blütenessenz verwendet. Als „Yarrow“ gehört sie zu den kalifornischen Blütenessenzen. In sensiblen Phasen des Lebens wie bei Beziehungsproblemen, während der Wechseljahre oder biographischen Umbruchsituationen hat sie mir geholfen, mich gegen negative Einflüsse aus dem Umfeld besser abzugrenzen und dadurch ausgeglichener zu fühlen.

In meiner Praxis nutze ich erfolgreich die energetische Schwingung der Schafgarbe im Rahmen der Anwendung des Quanten-Dialog-Systems bei meinen Patientinnen. Auf energetischer Ebene hilft sie Frauen, sich vom gesellschaftlichen Druck zu befreien (was werden die anderen sagen?) und in ihrem Leben vorwärts zu kommen. Sie befreit von Druck und Unterdrückung durch die männliche Energie in dem sie das weibliche Energiefeld stärkt.

Die Pflanzenbotschaft der Schafgarbe: „Erwecke die Göttin in Dir und lass deine Wärme und Liebe in der Welt wirken.“

Arnica

Arnica ist wohl das bekannteste und am häufigsten angewandet homöpathische Arzneimittel. Es ist das wichtigste Mittel bei Schmerzen, blauen Flecken und Blutungen durch Verletzungen. Nach traumatischen Einwirkungen auf den Körper löst es den Schock und die Lebenskraft wird sofort frei für die Selbstheilung.

Mit Arnica kommen die meisten Frauen das erste Mal in Kontakt während der Schwangerschft und Geburt. Hebammen empfehlen es schon im Geburtsvorbereitungskurs und in vielen Klinik bekommen es die Frauen nach der Entbindung.

Arnica habe ich am häufigsten gebraucht als meine Kinder klein waren. Ein wunderbares Mittel für Kinder bei blauen Flecken, blutenden Lippen oder kleinen Platzwunden nach Stürzen. Die Blutung kommt sofort zum Stillstand und der Schmerz läßt sofort nach.

Und wenn ich selbst in der Hektik des Alltags mal wieder an der Tischkante hängen geblieben bin und einen blauen Fleck am Oberschenkel zugezogen haben, hat mir Arnica geholfen. Mit Arnica erlebe ich auch immer nach so einer Verletzungs-Situation, dass ich ruhiger wurde, mehr in meine Mitte komme und meinen Körper und seine Grenzen wieder besser wahrnehme.

Arnica ist ein wahres Muskeltonikum. Nach körperlicher Überanstrengung durch ausgedehnte Bergwanderungen oder nach langen Radeltouren, wenn alle Muskeln schmerzen und sich der Körper wie zerschlagen anfühlt, so dass man keine bequeme Lage im Bette mehr finden kann, möchte ich es nicht missen.

Die bekannte Anwendung von Arnica bei Kopfverletzungen mit Verdacht auf Gehirnerschütterung und bei Herzschwäche durch Grippe mußte ich glücklicherweise noch nicht ausprobieren. Dafür habe ich seine rasche Wirkung bei Schmerzen schon nach etlichen Zahnbehandlungen erfahren dürfen.

Tipp: wenn es sich um Quetschungen der Weichteile handelt, zum Beispiel des Busens, weil sich das kleine Kind mit dem Ellbogen darauf abgestützt hat oder wenn der Sohn beim Fußball einen Tritt in den Unterleib bekommen hat, ist Bellis perennis – die kleine Schwester von Arnica – das Mittel der Wahl